ZDS NEWS

Produktive Landwirtschaft Schuld am Preisverfall?

In manchen Kreisen sei es politisch korrekt, die europäische Agrarpolitik für den Hunger in Afrika verantwortlich zu machen, stellt Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, ifo Institut und Universität München, in einer Stellungnahme zu den Ursachen des Hungers im Internetportal" top agrar "fest. Vertreter von Hilfsorganisationen, Umweltverbänden und Teile der Politik würden immer wieder gerne die EU-Agrarzahlungen als eine Ursache anführen, weil diese den Landwirten in der EU erlaubten, unter den Herstellungskosten zu verkaufen und so die Kleinbauern in Afrika mit Dumpingware um die wirtschaftliche Existenz bringen. Tatsächlich aber sei das Unsinn. Felbermayer macht die Produktivitätssteigerungen in der EU-Landwirtschaft verantwortlich, die zu einem höheren Angebot und zu niedrigeren Weltmarktpreisen führen.

Anm. d. Red.: Dieses Argumentation ist rel. neu. Immerhin verzichtet der Experte auf eine Verurteilung der produktiven Landwirtschaft, wohl wissend, dass eine Kritik im Widerspruch zu den Forderungen nach eine Ressourcen schonende, produktive Landwirtschaft steht. Stattdessen fordert Felbermayer z.B. für die afrikanische Landwirtschaft mehr Investitionen in Bildung, Maschinen und Infrastruktur. Eine extrem kleinteilig organisierte Landwirtschaft könne ohne Steigerung der Produktivität ihre Bevölkerung nicht ernähren. Wie das z.B. aussehen könnte, demonstriert derzeitÄthiopien .
News vom: 20.08.2015

Was ist eigentlich ein"Gutmensch"?

In der Diskussion um Tierwohl, Ernährung und Umweltthemen werden Kritiker der modernen Landwirtschaft gerne mit dem Begriff des"Gutmenschen"diskreditiert. Wir haben uns immer gefragt, was das sein mag und haben eine Definition im Internetportal"ScienceFiles"gefunden, mit dem man sich identifizieren oder das man zumindest diskutieren kann.
Nach Meinung von Michael Klein, studierter Volkswirtschaftler und Politikwissenschaftler, sowie der Universitätsdozentin Dr. habil. Heike Diefenbach, zeichen sich Gutmenschen durch ihren missionarischen Eifer aus, der sich aus eingebildeter überlegenheit des eigenen unvernünftigen überzeugungssystems speist. Dabei sei das überzeugungssystem völlig unbegründet, wenn es keinerlei empirische Belege für seine Gültigkeit gäbe."Gutmenschen"opfern so das gute Zusammenleben mit anderen.
Die Herleitung dieser Definition erfolgt am Beispiel des Begriffes"Neger".

Anm. d. Red.: Lesenswert! Ebenso wie die Kategorie" Unsinn der Woche ".
News vom: 20.08.2015

Deutscher Agrarexport trotz schwierigem Umfeld behauptet

GEFA - Die wertmäßigen Ausfuhren deutscher Agrarprodukte und Lebensmittel sind im ersten Halbjahr 2015 nur leicht über Vorjahresniveau. So verzeichnen diese Exporte einen geringen Anstieg um 1,0%. Erreicht wurde dies jedoch nur durch eine Steigerung der mengenmäßigen Ausfuhren um 10,4%. Dies zeigt ein deutliches Absinken der Exportpreise und macht die schwierige Exportlage deutlich.
News vom: 20.08.2015

Verbandsklage darf kein Instrument gegen Nutztierhaltung werden

DGS -über die Vorwürfe, die der Deutsche Tierschutzbund in einer Pressemeldung gegen die deutsche Putenhaltung erhebt, kann Thomas Storck nur den Kopf schütteln."Offenbar hat der Tierschutzbund die Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht wahrgenommen", kritisiert der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Putenerzeuger (VDP) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).
News vom: 20.08.2015

In Niedersachsen hat Vogelschutz Vorrang vor Seuchenschutz

Brütende Schwalben in Kuh- und Hühnerställen sind nicht nur schön anzusehen, sondern ein wichtiger Beitrag von Landwirten für den Vogelschutz. Anlässlich mehrerer Beschwerden von Naturschützern und Landwirten, wonach Veterinäre die Entfernung von Schwalbennestern aus Gründen der Tierseuchenprävention angeordnet haben, hat das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einem Schreiben an die Veterinärämter klargestellt, dass dazu keinerlei Anlass besteht. Schwalben dürfen daher auf Anordnung von Agrarminister Christian Meyer weiterhin in den Ställen brüten.

Anm. d. Redaktion: Schwalben gehören auf jeden Bauernhof. Das war schon immer so. Die nützlichen Tiere sind wertvolle Fliegenfänger und reduzieren damit auch das übertragungsrisiko von Krankheiten, die über Fliegen auf Tiere übertragen werden können. Leider können die Schwalben selber auch an Vogelgrippe erkranken und es konnten bereits Salmonellen bei den Vögeln nachgewiesen werden. Daher haben sie im Stall nichts verloren. Ebensowenig wie Hund oder Katze. Im Falle eines Influenzaeintrages wird nicht nur der gesamte Tierbestand gekeult, sondern auch die von Landwirten und Steuergeldern finanzierte Tierseuchenkasse belastet. Die Anordnung aus Niedersachsen gehe auf eine Klarstellung des BMEL zurück, die das Krankheitsrisiko durch Schwalben für vernachlässigbar hält, heißt es in der Pressemeldung des niedersächsichen Ministeriums.
News vom: 19.08.2015

Studie räumt mit Mythen zur Artenvielfalt auf

Die intensive Landwirtschaft ist für einige Kritiker die Ursache allen übels, für viele dagegen der Garant, eine steigende Weltbevölkerung Ressourcen schonend zu ernähren. Es ranken sich viele Mythen um die Folgen der Tierhaltung oder des Ackerbaus für Umwelt und Produktqualität. Dabei gibt es zahlreiche Fakten, die sowohl die Tierhaltung entlasten als auch den Ackerbau .
Soeben ist eine aktuelle Studie veröffentlicht worden, mit der die Folgen einer unterschiedlicher Bewirtschaftungsform auf die Insektenvielfalt untersucht wurde. Das Ergebnis liest sich wie folgt:"Auf Flächen, die intensiv gedüngt, gemäht oder beweidet werden, haben die Darmstädter Forscher nun eine ähnlich hohe Diversität von Insekten festgestellt wie in naturnahen, selten gemähten Wiesen oder Schafsweiden. Besonders überraschend: Bei gleichbleibender Vielfalt nimmt die Unterschiedlichkeit(Nischen-Komplementarität) und Temperatur-Toleranz (Nischen-Breite) der Bestäuber mit der Intensivierung der Landnutzung sogar zu – ein Effekt, der vor allem durch eine Vielzahl von Fliegenarten entsteht, die von der Landnutzung profitieren."
News vom: 19.08.2015

"Schleuderpreise zerstören": Landwirte machen auf Folgen niedriger Lebensmittelpreise aufmerksam

Viele Landwirte in Deutschland leben derzeit von der Substanz. Schuld sind u.a. die niedrigen Preise für Milch und Fleisch. In Bayern haben die Landwirte jetzt auf die Folgen der Niedrigpreise aufmerksam gemacht: bäuerliche Familienbetriebe werden in die Liquidation getrieben und Mittel für Investitionen fehlen. Davon sind auch die Handwerksbetriebe in den Regionen unmittelbar betroffen, weil Landwirte dort wichtige Auftraggeber sind. Was das in Zahlen bedeutet? Sinkt der Milchpreis um ein Viertel, sind daspro Betrieb schnell 120.000 €, die für Reinvestitionen fehlen.
Diese Investitionen sind esübrigens, die die Landwirtschaft zur viert wichtigsten Branche in Deutschland macht. Die Landwirte machen u.a. den Lebensmitteleinzelhandel verantwortlich für die Preisentwicklung und stehen damit nicht allein . Schaut man sich die einschlägigen Internet- oder Facebookkommentare zu den Aktionen an, kaufen Verbraucher ganz bewußt"billig", weil ihnen die"Jammerei"und die"Subventionen"ein Dorn im Auge sind. Dass kaum ein Verbraucher Detailwissen zu"Subventionen" aufweist ist dann schon wieder Nebensache.

Informationen des Deutschen Bauernverbandes .
News vom: 19.08.2015

Zentrale Erfassung der Befunddaten aus der Schlachtung

QS - Nach Beschluss des Fachbeirates Rind und Schwein sollen die Befunddaten aus der Schlachttier- und Fleischuntersuchung in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Die Daten sollen zur Bildung eines Tierwohlindex genutzt werden. Dieser soll für die Beurteilung des Tierwohls im Rahmen der Initiative herangezogen werden und die Grundlage für eine objektive Erfolgskontrolle bilden.
News vom: 18.08.2015

ISN: ohne Wertschätzung gebe es keine Wertschöpfung!

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) ist sauer auf den LEH. Sie befürchtet in einer aktuellen Pressemeldung, dass die aktuelle Preispolitik des LEH in einer Abwärtsspirale mündet, in der Fleisch und andere landwirtschaftliche Produkte in der Gesellschaft kein Wert mehr zugesprochen werde. Damit lauf der LEH Gefahr, sich selber die Lieferbasis zu entziehen, weilsich deutsche Produkte wie Fleisch, Milch und Gemüse zu diesen Preisen kostendeckend nicht produzieren lasse.
Die ISN fordert Landwirte auf, sich bei Netto und Real per E-Mail oder Telefon zu beschweren, mit Bekannten darüber zu sprechen oder ein von der ISN vorbereitetes Poster in den sozialen Netzwerken zu verbreiten .
News vom: 18.08.2015

Im"Ländle"sind sogar"Die Grünen"gegen"Bio"

In Baden-Württemberg soll das Fach Biologie abgeschafft werden, informiert Felix Mescoli für"Die Welt"(17.02.14: In Schwaben sind jetzt sogar die Grünen gegen Bio ). Was Lehrer und Wissenschaftler stutzig mache und empöre:"Ethisch umstrittene und gesellschaftlich bedeutsame Themen wie Klonen und Pränataldiagnostik sollen aus dem Lehrplan verschwinden."
Bedauerlicherweise könne die Regierung auf Nachfrage keine  Namen von Fachwissenschaftlern nennen, die ihre Pläne unterstütze.

Anm. d. Red.: Experten beobachten eine erstaunliche Parallelität zum Vorgehen in Niedersachsen. Dort sollen mit dem Wechsel der Landesregierung Gelder für das Schülerprojekt" HannoverGEN ", bei dem Schülerinnen und Schüler in Biotechnologielaboren selbständig experimentieren konnten, gestrichen worden sein. Dabei hat sich der Philosoph Stefaan Blancke, Universität Gent, erst vor kurzem für ein Bildungskonzept ausgesprochen , das schon früh in der Schule einsetzt und die Bevölkerung gegen unbegründete Anti-Gentechnik-Argumente immunisiert.

News vom: 17.08.2015

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