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4. Treffen der Sattelschweinzüchter in Kuhhorst

16.11.2009

Das diesjährige Treffen den Sattelschweinzüchter fand am 6.11. 09 auf dem Ökohof Kuhhorst, im Havelland statt. Mit nahezu 50 Gästen, von Schleswig Holstein bis aus Niederbayern, was es das bisher größte seiner Art, worin sich auch das wachsende Interesse an der Sattelschweinzucht widerspiegelt.

Der Ökohof Kuhhorst, ein ökologisch ausgerichteter Landwirtschaftsbetrieb auf dem Menschen mit Behinderung eine Wohn- und Arbeitsstätte finden, hält seit vielen Jahren neben anderen Nutztieren wie Rindern und Geflügel auch Sattelschweine. Herrn Gollnick, Abteilungsleiter Landwirtschaft, gab den Besuchern einen Einblick in das Betriebskonzept. Die erzeugten Produkte werden hier vor Ort, z.B. in der Käserei oder in enger Kooperation mit anderen Verarbeitern veredelt und in eigenen Läden vor Ort und in Berlin vermarktet. Im Schweinestall zeigten sich den interessierten Besuchern viele muntere Sattelschweine.

Seit Jahren werden die Züchter der vom Aussterben bedrohten Rasse Deutsches Sattelschwein in enger Zusammenarbeit zwischen dem Sattelschweinbeauftragten der GEH, Herrn Martin Ehlich, und Frau Dr. Wicke, aus dem Zuchtverband betreut. Frau Schuster, Geschäftsführerin des HSZV, erklärte in Kuhhorst, das sich der Verband neben seiner Hauptaufgabe in der Leistungszucht, auch bei der Betreuung der Sattelschweinzüchter engagiert. Hiermit leistet der Verband seinen Betrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt. Er sieht sich als Bündler der Initiativen zur Bewahrung dieser Rasse.

Der Erfolg dieses Engagements zeigt sich in der wachsenden Anzahl Züchter und Liebhaber dieser Rasse und einem kontinuierlich wachsenden Sattelschweinbestand.

Gegenwärtig gibt es im Betreuungsgebiet, das sich neben dem Territorium von Berlin und Brandenburg inzwischen auch auf Züchter in den Bundesländern Mecklenburg Vorpommern, Sachsen Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg erstreckt, bei 34 eingetragenen Züchtern 33 Eber und nahezu 100 Sauen. Bei den Ebern sind es z.Z. sechs Genealogien, um deren Erhalt sich der HSZV bemüht. Auch auf diesem Züchtertreffen wurde den Teilnehmern wieder ein aktueller Eberkatalog mit Abstammungs- und Leistungsdaten der aktiven Sattelschweineber des Verbandes zur Verfügung gestellt.

Neben dem Erfahrungsaustausch als „billigste Investition" stand in diesem Jahr die Fütterung von extensiv gehaltenen Schweinen auf der Tagesordnung. Frau Dr. Priepke aus der Landesforschungsanstalt Mecklenburg Vorpommern in Dummerstorf gab Empfehlungen zum Einsatz verschiedener Futtermittel.

Im Rahmen der Nachkommenschaftsprüfung wurden in der Landesprüfanstalt in Ruhlsdorf Tiere verschiedener Rassen u.a. auch einer Sensorikprüfung unterzogen. In den Merkmalen Saftigkeit und Zartheit konnten die Sattelschweine ihre Überlegenheit gegen über den Wirtschaftsrassen beweisen, worüber Dr. Paulke aus der LPA Ruhlsdorf berichtete.

Vom Förderverein Angler Sattelschwein aus Schleswig Holstein, mit dem uns eine enge Zusammenarbeit sowohl bei der Betreuung und Beratung der Züchter, als auch beim Zuchttieraustausch verbindet, informierte uns Herr Stahmer über den derzeitigen Stand der Zuchtarbeit.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Beteiligten einig: Auch das diesjährige Treffen war wieder ein voller Erfolg. Es diente sowohl der Information als auch dem Erfahrungsaustausch und dem Gespräch zwischen den Züchtern. Viele engagierte Züchter sind bereit für den Erhalt der Rasse Sattelschwein ihren Beitrag zu leisten. Diese guten Vorhaben bedürfen dringend einer Koordination, die der HSZV auch in Zukunft gerne übernehmen will.

Dr. Ingrid Wicke

HSZV


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